Wat heescht Uucht? E puer Definitiounen

Uucht, Ut, Ûcht

Uucht, Ut (Mittel- u. Südösl.: uuçt ) F. [Quell]

  1. «Abend, Abendstunden» — wenn es im Herbst früher dunkel wird, heißt es: lo ginn d’ (déi laang) Uuchten (die langen Abende) un, im Frühjahr: d’Uuchte sinn eriwwer — lok.: mir sinn eréischt an der Uucht (lok.Wiltz: un der Uucht) heemgaang (in den Abendstunden).
  2. (meist) «geselliges Beisammensein der Nachbarschaft in den Abendstunden» (Folklore: in den Winterabenden fanden sich früher die Nachbarn, reihum, zu geselligem Tun [Spinnen, Erzählen, Singen] zusammen, man sparte auf diese Weise Licht und Brand).
    • an d’Uucht goen (dafür auch: uuchten, zur, zer, z’r-uuchte goen)
    • d’Jongen aus dem Duerf sin alt soss bei d’Medercher an d’Uucht gaangen
    • ech weess et aus der Uucht
    • d’Uucht fortschécken (in Esch-Sauer bestand früher der Gebrauch, auf Karfreitagabend d’Uucht fortzeschécken; auf eine kleine Diele wurde eine Wachskerze befestigt, diese angezündet und hinter der Mühle in die Sauer gelassen, wo sie langsam die Seitenströmung des Flusses hinabschwamm — Das Luxemburger Land, 1886, S. 285)
    • Zussetz.: Doudenuucht.
  3. Ûcht f. (ältere Def.), Spinnstube, Maje; got. uhtrô, ahd. uhta, ags. uhte, E. Uhten; vgl. mnd. u. wf. uchte, Dämmerung. (Aus: WLM – Wörterbuch der luxemburgischen Mundart- Luxemburg, Druck M. Huss, 1906)

uuchten intr. Verb.: «sich zur Uucht zusammenfinden» [Quell]

  • kommt emol bei eis uuchten (besuchen Sie uns mal abends!)
  • d’Kopp geet bei den Hënner uuchten (von einem Kahlkopf gesagt)
  • de Bauch geet bei den Hënner uuchten (von jemandem gesagt, der sehr mager ist) — cf. Uucht sub 2).

Maje, Meie, Mäe

Am Räinland, am Hundsrück an a Loutréngen heescht d’Uucht Maje, Meie oder Mäe.

Hei eng Ufro vum 2. Januar 2015 aus Kerling-lès-Sierck, déi mech op dat Wuert Mäen / Maje bruecht huet:

Message: Excusez moi pour cette question: en faisant une recherche sur le sens du mot “mäen” qu’on utilisait autrefois en francique lux dans la région de Sierck, je suis tombé sur votre site: “Uuccht” qui correspond à mäen qui voulait dire: aller chez les voisins ou amis pour papoter le soir. Voyez vous une explication à ce mot? Merci et cordialement. Clement.

Mat e wéineg Recherche um Internet konnten folgend Informatiounen zesummegedroe ginn.

Am Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart fënnt een d’Wuert Maje beim Wuert Ûcht:

Ûcht f., Spinnstube, Maje; got. uhtrô, ahd. uhta, ags. uhte, E. Uhten; vgl. mnd. u. wf. uchte, Dämmerung. [Quelle]

Op der däitschsproocheger Wikipedia fënnt ee folgend Definitioun am Artikel iwwer Hunsrückisch:

Maje/Meie-gehe = Abends zum Nachbarn (mit den Stricksachen oder früher mit Spinnrad) zum Besuch und zur Unterhaltung gehen. [Quelle]

Am Räinland ass an der Mëtt vum 19. Joerhonnert eng Zeitung erschéngen ënnert dem Titel “Die Maje, ein Volksblatt für Alt und Jung im deutschen Vaterlande”, erausgi vum W.O. von Horn, deen d’Majen folgendermoossen beschreift:

… Ihr wisset, was Maje heißt, nämlich: Freude, Wonne, gesellige, reine Freude, und da, wo meine Wiege stand, wo der Rhein seine grünlichen Wogen zum Meere hinabwälzt, wo Mosel, Nahe, Main und Neckar sich in seine Fluthen mischen, ist der Name für gesellige Zusammenkünfte zu traulicher Unterhaltung wohlbekannt. Majengehen ist eine Freude und Erholung für uns. Weiter im lieben, deutschen Lande ist das Wort wohl fremder, aber ich denke, sie werden’s auch verstehen, und unsre „Maje” wird sich bei Ihnen auch heimisch machen. Was die „Maje” will? Nun, im Worte, im Namen liegt’s schon. In die „Majen”, in die traulichen Freundeskreise am warmen Ofen, unter der Linde, im kühlen Schatten des Birnbaums oder des Weinstocks im Garten, an Sonntagnachmittagen und Winterabenden will sie Liebes, Schönes und Gutes bringen. (1858) [Quelle]

… Ihr habt mit der Maje gemajet in den Frühlings- und Sommertagen, und nun naht des Majens rechte Zeit, der Winter mit seinen langen Abenden, wo es beim trauten Lampenlichte, am warmen Ofen, im heimlichen Stübchen, im treuen Freundes- und Familien- und Nachbarn-Kreise sich so gemüthlich majen läßt, … (1859) [Quelle]